Ghana - Part 3

Herbst 2000. 'Ghana se'w Akwaaba'. Herzlich willkommen in Ghana. Dieser Satz sollte mein ständiger Begleiter in Ghana werden. Und er ist nicht nur eine Floskel. Gastfreundschaft wird in Ghana groß geschrieben. Als ich am Lost-Baggage-Schalter stand, lernte ich eine Ghanaerin kennen, die eigentlich eine Gruppe junger europäischer "Volunteers" abholen wollte. Sie bot mir kurzerhand einen Platz im Bus und ein Bett an. Und tatsächlich kam mein Rucksack 48 Stunden später im Flieger aus Amsterdam... Bald darauf verließ ich Accra. Es folgten vier Wochen Cape Coast und Umgebung und eine Rucksacktour durch das ganze Land: Kumasi, Hauptstadt der Ashanti-Region; Nord-Ghana; die Voltaregion.

Ghanaians love to celebrate: a birth of a child (on the left), a traditional festival (middle), or a funeral (on the right)
Ghanaians love to celebrate: a birth of a child (on the left), a traditional festival (middle), or a funeral (on the right)
Contrasting impressions: the beach, my first wild elephant, the canopy walkway in the rainforest
Contrasting impressions: the beach, my first wild elephant, the canopy walkway in the rainforest

Ich hatte Glück, gleich von Beginn "Familienanschluss" gehabt zu haben, da ich in Cape Coast in einer Privatunterkunft lebte und nicht im Hotel. Dennoch brauchte ich fast vier Wochen, um mich an das ghanaische Leben zu gewöhnen. Doch dann waren mir die Straßen, die chaotischen TroTro-Stationen (Minibusstationen) oder die geschäftigen Märkte zunehmend vertrauter und übersichtlicher. Ich lernte etliche Einheimische kennen und so auch ihren Alltag, ihre Kultur, ihre Freuden und Sorgen. Ich half mit beim Brotbacken, lernte wie man Leim aus Yamsknollen macht, bekam Einblick in die Palmölherstellung eines kleinen Familienbetriebes (die Palmölherstellung ist leider oft mit der Rodung von Regenwäldern verknüpft - wie stark die Palmölproduktion die Waldflächen in Ghana angreift, weiß ich leider nicht), etc.. Auch Zeit schien für mich einen anderen Stellenwert zu bekommen. TroTro-Fahrpläne gab es zwar, doch fuhren die Busse nie los, ehe sie nicht randvoll waren...

My sweeties - they are grown-ups by now - I hope they are all healthy.
My sweeties - they are grown-ups by now - I hope they are all healthy.

Ich bin sehr dankbar dafür, dass ich so viele interessante Menschen kennenlernen durfte. Zwei Monate in Ghana waren viel zu kurz, um einen tiefen Einblick erhalten zu können. Dennoch hat mich die Zeit geprägt, und ich denke gern zurück. So wie im letzten Monat, als ich meine verstaubten Fotoalben hervorkramte und Ayawo nähte. Ayawo, die an einem Donnerstag das Licht der Welt erblickte.

Und morgen folgen: ghanaische Handarbeit und weitere Bilder von Ayawo.

 

I am very grateful to have come to know so many interesting people. My two months stay in Ghana was way too short to get a deep insight into Ghanaian life. Nevertheless, the time has shaped me, and I love to wallow in memories. Just like last month, when I fetched my dusty photo albums and started to sew Ayawo. (I'm sorry that I haven't translated the whole blog post!)

Tomorrow on my blog: Ghanaian dressmaking and more pictures of Ayawo.

Me and my friend Sarah who I lived with in a shared house
Me and my friend Sarah who I lived with in a shared house